Update-Publikationen 2013

Experten Statement – Naltrexon in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit und "stoffgebundener Suchtformen"

Alkohol- und Drogenabhängigkeit zählen in Europa zu den häufigsten psychischen Störungen, wobei ca. 3,4% (Jahresprävalenz) der Bevölkerung von Alkoholabhängigkeit betroffen sind (Wittchen et al., 2011). Neben Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit gelten auch substanzungebundene Süchte wie z. B. „Spielsucht“, „Internetsucht“, „Arbeitssucht“ oder „Kaufsucht“ als epidemiologisch relevante Suchterkrankungen. Alkoholabhängigkeit ist eine komplexe chronische Erkrankung, die mit einer Fülle von somatischen und neurologischen Folgestörungen und einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert ist (Soyka & Kuefner, 2008). Gemäß österreichischen Daten haben Alkoholkranke eine um ca. 23 Jahre kürzere Lebenserwartung als nicht-alkoholabhängige Personen (Lesch et al., 1988). Alkoholabhängigkeit verursacht eine immense Krankheitslast und ist in der EU eine der führenden Ursachen vermeidbarer Todesfälle (Mohapatra et al., 2010; EC, 2006). Derzeit dauert es ca. sieben Jahre, bis Patienten mit Alkoholbedingten medizinischen Problemen eine Suchttherapie erhalten (Kogoj et al., 2011). Obwohl eine Reihe etablierter psychosozialer und psychotherapeutischer Ansätze zur Behandlung der Alkoholkrankheit zur Verfügung steht, liegt die Rückfallrate selbst nach längeren Therapien meist über 50% (Soyka & Kuefner, 2008). Verbesserte Ansätze zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Alkohol-bezogenen Störungen sind daher erforderlich ...


Fragen aus der Praxis – H1-Antihistaminika in der Selbstmedikation bei allergischer Rhinitis unter besonderer Berücksichtigung von Livostin

Die allergische Rhinitis ist die häufigste Manifestation der Typ-1-Allergie bei Erwachsenen, die damit einhergehenden allergischen Symptome wie Juckreiz, Niesen oder juckende Hautausschläge belasten den Alltag und führen zu massiven Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten. Das Anfangssymptom ist meist ein leichtes Augenjucken, das im Folgejahr in der Blütezeit von Schnupfen begleitet wird, wobei sich die Symptome im Zuge der nächsten Pollensaisonen zunehmend verstärken und oftmals als grippaler Infekt missgedeutet werden. Weitere Symptome der allergischen Rhinitis umfassen Niesen, Nasenjucken, verstopfte Nase und Rhinorrhoe. Im Zuge eines so genannten Etagenwechsels können im zeitlichen Verlauf auch Konjunktivitis, Räuspern, Husten, Atemnot/Husten bei Anstrengung sowie eine obstruktive Bronchitis bzw. ein Asthma bronchiale hinzukommen ...


Position Statement – Actikerall® in der Behandlung
der aktinischen Keratose

Aktinische Keratosen (AK) sind per definitionem Plattenepithelkarzinome der Epidermis in situ [Ackerman, 2003; Heaphy & Ackerman, 2000], die durch UVStrahlen ausgelöst werden. AK treten meist als multiple Läsionen [„Feld-Kanzerisierung“, Stockfleth et al., 2011a] an sonnenexponierten Hautarealen wie Gesicht, Stirn, Nacken, den Schultern und den Handrücken in Erscheinung. Epidemiologische Daten zeigen ein erhöhtes Auftreten von AK bei Menschen mit Hauttyp I–III und in Regionen mit höherer UV-Belastung. In Europa beträgt die Prävalenz bei Männern 15% und bei Frauen 6%, wobei im Alter von über 70 Jahren 34% der Männer und 18% der Frauen betroffen sind [Memon et al., 2000; Stockfleth & Kerl, 2006]. Die durch veränderte Freizeitgewohnheiten und Umweltbedingungen, aber auch durch die gestiegene Lebenserwartung in den Industriestaaten verstärkte kumulative UV-Exposition (v. a. UVB, 280–320 nm) führt zu einem immer häufigeren Auftreten von malignen Hautveränderungen wie aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinomen ...


Fragen aus der Praxis – Stellenwert von Loperamid in der Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen

Die Behandlung mit Loperamid ist rein symptomatisch gegen das infektionsassoziierte Symptom „Diarrhoe“ gerichtet und übt keinen Einfluss auf die Infektion per se aus. Gemäß Datenlage führt Loperamid zu keiner Verlängerung der Durchfall- bzw. Fieberdauer (Murphy et al., 1993). Gemäß Fachinformation ist die Verordnung von Loperamid bei Patienten mit einer bakteriellen Enterokolitis, die durch invasive Mikroorganismen einschließlich Salmonellen, Shigellen und Campylobacter, dem in Österreich derzeit häufigsten Erreger bakterieller Lebensmittelinfektionen, hervorgerufen wird, kontraindiziert.
Loperamid kann bei Vorliegen einer saisonalen „Magen-Darm-Grippe“ mit begleitender Diarrhoe für eine maximale Behandlungsdauer von zwei Tagen ab Therapiebeginn unter Berücksichtigung möglicher Kontraindikationen (FI Nov. 2012) verabreicht werden. Eine über zwei Tage hinausgehende Behandlung mit Loperamid darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen (FI Nov. 2012) ...


Konsensus-Statement – Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern in der allgemeinmedizinischen Praxis

Vorhofflimmern als häufigste Rhythmusstörung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schweren Komplikationen führen. Um das Risiko des Auftretens eines Schlaganfalles zu verringern, ist in den meisten Fällen eine antithrombotische Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten erforderlich. Ohne eine entsprechende Behandlung besteht bei den Betroffenen gegenüber der durchschnittlichen Bevölkerung ein etwa fünfmal höheres Schlaganfallrisiko. Als Standardtherapie der oralen Antikoagulation werden seit vielen Jahrzehnten Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt. Das therapeutische Spektrum hat sich in jüngster Zeit durch die Zulassung der neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) zur Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern erweitert. Die Erstdiagnose eines Vorhofflimmerns wird häufig durch den Arzt für Allgemeinmedizin gestellt, dessen Schlüsselposition auch darin besteht, weitere diagnostische Schritte und therapeutische Maßnahmen in enger Kooperation mit Spezialisten zu koordinieren und die Betroffenen langfristig zu begleiten. Ein wichtiges Anliegen dieses interdisziplinären Konsensus-Statements stellt die Förderung der Bewusstseinsbildung in Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und Schlaganfall dar. Die Darstellung aktueller Empfehlungen für die antithrombotische Behandlung soll als Orientierungshilfe bei der Wahl der therapeutischen Strategie dienen, wobei betont wird, dass eine optimale Patientenversorgung nur durch ein konsequentes interdisziplinäres Vorgehen gewährleistet werden kann ...


Experten Statement – Diagnose und Therapie des Reizdarmsyndroms (RDS), insbesondere des RDS mit Obstipation (RDS-O): Stellenwert von Linaclotid (Constella®)

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufige und oftmals für Betroffene stark belastende Erkrankung. Das RDS hat einen signifikant negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten (Lacy et al., 2012), wobei diese zumindest ebenso stark eingeschränkt ist wie im Rahmen entzündlicher Darmerkrankungen (Blagden et al., 2012). Darüber hinaus stellt die Erkrankung durch erhebliche direkte und indirekte Kosten für Diagnose und Therapie bzw. Arbeitsausfälle und verminderte Produktivität eine signifikante ökonomische Belastung des Gesundheitssystems dar (Häuser et al., 2012). Epidemiologie, Inzidenz und Prävalenz des RDS sind variabel, definitionsabhängig und werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. In Europa sind 10–15 % der Bevölkerung von einem RDS betroffen, allerdings variieren die Prävalenzraten in Abhängigkeit der verwendeten Klassifikation und dem betreffenden Land teils erheblich. RDS tritt 1,5–3-mal häufiger bei Frauen auf (Quigley et al., 2006). Als Subgruppen des RDS werden ein obstipationsdominanter Typ (RDS-O), ein diarrhoedominanter Typ (RDS-D) und ein Mischtyp (RDS-M) unterschieden, bei ähnlich häufigem Auftreten (Layer et al., 2011) ...


Kasuistikfolder – Ticagrelor in der Behandlung
des Akuten Koronarsyndroms

Bei einem 48-jährigen Patienten mit anhaltenden Thoraxschmerzen über mehr als 4 Stunden wurde im Rahmen des ärztlichen Erstkontaktes elektrokardiographisch ein ST-Streckenhebungsinfarkt der Hinterwand diagnostiziert. Neben einer analgetischen Therapie erhielt der Patient bei initial deutlich erhöhten Blutdruckwerten ein Nitrat. Darüber hinaus wurden unfraktioniertes Heparin und als Antiplättchentherapeutika Acetylsalicylsäure sowie Ticagrelor in einer Dosierung von 180 mg oral verabreicht. Die anschließende Herzkatheteruntersuchung zeigte eine hochgradige Stenose der RCA mit einem reduzierten TIMI-Fluss Grad I–II. Nach Durchführung einer Thrombus-Aspiration sowie einer primären Stentimplantation mit Wiederherstellung eines TIMI III-Flusses im Infarktgefäß war der Patient ab dem Zeitpunkt der Koronarintervention anhaltend beschwerdefrei und konnte 5 Tage nach dem Infarktereignis in die rehabilitative Weiterbehandlung entlassen werden ...


Burden of Disease Report – Krankheitslast durch aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome – ein Überblick

Neoplasien der Haut zählen weltweit zu den häufigsten Krebsarten. Dazu gehören das maligne Melanom und Neubildungen epithelialen Ursprungs wie das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom (Synonyme: Spindelzellkarzinom, spinozelluläres Karzinom, Spinaliom). Die aktinische Keratose (AK) wurde lange Zeit als Präkanzerose der Haut oder bagatellisierend als kosmetisches Problem („Altersflecken“) angesehen. Histopathologische Beobachtungen und molekularbiologische Erkenntnisse haben jedoch mittlerweile dazu geführt, dass sie heute als Frühform des Plattenepithelkarzinoms der Haut (Carcinoma in situ) klassifiziert wird [Heaphy & Ackerman, 2000; Lober & Lober, 2000; Ackerman, 2003; Ackerman & Mones, 2006]. Dadurch haben sich auch die Therapieziele der aktinischen Keratosen geändert: Als Karzinome in situ stellen AKs eine unbedingt behandlungsbedürftige Hauterkrankung dar, um eine Progression in das invasive Stadium zu verhindern [Stockfleth et al., 2008] ...


Konsensus-Statement – Alkoholkrankheit
State of the Art 2013

Langjähriger chronischer Alkoholkonsum ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung und Verschlechterung zahlreicher körperlicher, psychischer und neurologischer Folgeerkrankungen. Es gibt kaum ein Organ, das nicht als Folge von Alkoholmissbrauch geschädigt werden kann. Darüber hinaus ist die volkswirtschaftliche Belastung durch Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit enorm. Bei mehr als 1,2 Millionen Österreichern besteht aufgrund ihres Alkoholkonsums Beratungs- und Behandlungsbedarf. Dies unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit. In den letzten Jahren haben sich die therapeutischen Möglichkeiten der Alkoholabhängigkeit deutlich verbessert. Zudem fand ein Paradigmenwechsel in der Behandlung statt: Neben dem Therapieziel der Abstinenz ist auch die Trinkmengenreduktion ein anerkanntes Ziel. Dadurch wird die Therapieschwelle gesenkt, und deutlich mehr behandlungsbedürftige Betroffene können einer adäquaten Therapie zugeführt werden. Das vorliegende Konsensus-Statement wurde unter der Ägide der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) und der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie (ÖGPB) in Kooperation mit führenden österreichischen Psychiatern sowie Experten auf dem Gebiet der Abhängigkeitserkrankungen und Allgemeinmedizinern erarbeitet. Das Konsensus-Statement soll dazu dienen, niedergelassenen Ärzten, aber auch in der Politik tätigen Meinungsbildnern das Thema Alkoholkrankheit näherzubringen, mit dem Ziel einer intensiven Aufklärung, Frühdiagnostik und entsprechenden Behandlung ...


Experten Statement – Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) und komplizierter Haut- und Weichteilinfektionen (cSSTI) – Stellenwert von Ceftarolin

Die rasche Zunahme antimikrobieller Resistenz stellt für grundlegende medizinische Versorgungsleistungen sowohl in den Krankenhäusern als auch im extramuralen Bereich eine Gefährdung dar. Insofern ist es von zentraler Bedeutung, Antibiotika verantwortungsvoll einzusetzen und das Infektionsmanagement jeweils schnell an neue Herausforderungen anzupassen. Mit Ceftarolin wurde im Oktober 2012 ein neues Breitbandspektrum-Cephalosporin mit ausgedehnter Aktivität gegen Gram-positive Mikroorganismen eingeführt, dessen Aktivität auch gegen zahlreiche Gram-negative Pathogene aufrechterhalten bleibt. Für erwachsene Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie (CAP) sowie komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen (cSSTI) inklusive MRSA-Infektionen steht somit eine neue antimikrobielle Behandlungsoption zur Verfügung. Zusätzliche Einsatzbereiche von Ceftarolin im aktuellen Infektionsmanagement sind infolge weiterer klinischer Studien zu erwarten ...


Experten Statement – Stellenwert von Loperamid in der Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen

Die akut auftretende Diarrhoe ist eine der häufigsten Probleme in der allgemeinmedizinischen Praxis, obgleich weniger als 20% der Betroffenen diesbezüglich einen Arzt konsultieren (Brownlee, 1990). Schätzungen zufolge liegt die jährliche Rate akuter Durchfallepisoden in industrialisierten Ländern bei durchschnittlich 0,5 bis 2 Episoden pro Jahr und Person (Manatsathit et al., 2002), wobei die Inzidenz in Entwicklungsländern wesentlich höher liegen dürfte (Kosek et al., 2003). Die häufigste Ursache akuter Durchfallerkrankungen ist eine Infektion durch Viren oder Bakterien. Zumeist heilt die akute Diarrhoe von selbst aus. Erste therapeutische Maßnahmen umfassen den Ersatz des Flüssigkeitsverlustes durch orale Elektrolytlösungen (nötigenfalls durch intravenöse Elektrolytlösungen) und diätetische Maßnahmen. Zur Behandlung der akuten Diarrhoe steht in Österreich zwar eine Vielzahl von OTC-Produkten zur Verfügung, allerdings wurde nur für wenige die Effektivität in randomisierten, kontrollierten Studien nachgewiesen. Nur für Loperamid, Bismuth-Salze und Kaolin besteht eine gesicherte Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit als Antidiarrhoika (FDA, 2003). In der vorliegenden Publikation sollen die potentiellen Einsatzmöglichkeiten von Loperamid in der Behandlung der akuten Diarrhoe bei immunkompetenten Patienten kritisch evaluiert werden ...


Experten Statement – Aflibercept – eine neue therapeutische Option bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) stellt in den westlichen Industrienationen die häufigste Ursache für einen irreversiblen Sehverlust dar. Die Entwicklung der VEGF-Inhibitoren hat die Therapie der feuchten AMD revolutioniert und dominiert heute das therapeutische Spektrum. Mit Hilfe der VEGF-Inhibitoren ist es möglich, signifikante funktionelle Verbesserungen zu erzielen, den Befund zu stabilisieren und eine signifikante Sehverschlechterung zu verhindern. Das Therapieziel der Visusverbesserung ist jedoch nur mit einer häufigen Injektionsfrequenz und den damit verbundenen diagnostischen Kontrollen zu erreichen. Neben dem zugelassenen Standardpräparat Ranibizumab und dem verbreiteten off-label-Wirkstoff Bevacizumab stehen nun mit Aflibercept ein weiterer zugelassener VEGF-Inhibitor und eine neue Management-Strategie zur Verfügung, die das Spektrum der Therapiemöglichkeiten um eine zweimonatige Strategie bereichert ...


Experten-Statements zur Diagnose und Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz gemäß ESC Guidelines 2012 unter besonderer Berücksichtigung der medikamentösen Therapie

60–70% der Patienten mit Herzinsuffizienz (HI) verstarben vor der Einführung moderner Therapien innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung. Die erforderlichen Spitalseinweisungen aufgrund der progredienten HISymptomatik führten in zahlreichen Ländern zu einer epidemischen Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz. Die Einführung effektiver medikamentöser Therapien hat seit den 1990er Jahren zu einer deutlichen Verbesserung des Behandlungserfolgs bei Herzinsuffizienz geführt. In den letzten Jahren wurden eine relative Reduktion der HI-bedingten Hospitalisierungen um 30–50% sowie eine signifikante Senkung der Mortalität erreicht [Stewart et al., 2001; 2010; Jhund et al., 2009]. Aufgrund neuer klinischer Erkenntnisse hat die European Society of Cardiology (ESC) im Jahr 2012 ihre Evidenz- basierten Leitlinien zur Diagnose und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz gegenüber der Version von 2008 aktualisiert [ESC, 2012]. Die neuen ESC Guidelines unterstreichen unter anderem die Notwendigkeit einer optimierten medikamentösen Therapie zur Reduktion der Mortalität und Morbidität bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, wobei auch die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität berücksichtigt werden ...


Experten Statement – Stellenwert von Aclidiniumbromid (Eklira®) im Management der COPD

COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine progrediente Lungenerkrankung mit weltweit kontinuierlich ansteigenden Prävalenz- und Mortalitätsraten. Jährlich sterben etwa 200.000 bis 300.000 Personen in Europa an COPD (GOLD, 2011) – im Jahr 2020 wird diese Erkrankung den dritten Rang der Todesursachen eingenommen haben (Murray & Lopez 1997). Wenngleich COPD als Krankheit des höheren Lebensalters betrachtet wird, zeigen Schätzungen, dass etwa die Hälfte der Patienten das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht hat (Buist et al., 2007; de Marco et al., 2004). Patienten mit COPD leiden an schwerwiegenden Symptomen wie chronischem Husten, vermehrter Sputumproduktion und Dyspnoe, die zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Die COPD geht mit einer progressiven Reduktion des forcierten exspiratorischen 1sec-Volumens (FEV1) einher, die von Lungenüberblähung und Belastungsdyspnoe begleitet ist (Cooper, 2006). Eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung sind von entscheidender Bedeutung, da die therapeutischen Interventionsmöglichkeiten im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium limitiert sind ...


Kasuistikfolder – Posaconazol in der Prophylaxe und Behandlung invasiver Aspergillosen

Eine 61-jährige Patientin mit kürzlich diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) wird zur Induktionschemotherapiestationär aufgenommen. Unter Therapie entwickelt sich eine prolongierte Neutropenie. Die neutropenische Phase bei AML-Patienten birgt ein erhöhtes Risiko für eine invasive Pilzinfektion und entsprechend den Leitlinien wird eine Prophylaxe mit Posaconazol (Noxafil) initiiert. Die anfänglich insuffizienten Plasmaspiegel können durch ein etwa zehnminütiges Gespräch ü̈ber die Wichtigkeit der Posaconazol-Prophylaxe sowie die korrekte Einnahme (mit fettreichen/sauren Lebensmitteln) in einen suffizienten Bereich angehoben werden. Dieser positive Effekt auf die Medikamentenspiegel hielt auch während eines weiteren einmonatigen Aufenthaltes an ...


Consensus Statement – Stellenwert von Asenapin (Sycrest®) in der Behandlung von Bipolaren Störungen Clinical Experience Program (CEP): Erste praktische Erfahrungen in der Schweiz

Bipolare Störungen zählen zu den schweren psychischen Erkrankungen, die mit erheblichem persönlichen Leid sowie Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des sozialen Funktionsniveaus einhergehen und im Regelfall einer lebensbegleitenden Therapie bedürfen. Akut manische Patienten sind in besonderem Masse von ihrer Erkrankung betroffen, insbesondere wenn gemischte Episoden auftreten, die eine grosse therapeutische Herausforderung darstellen. Patienten mit Bipolaren Erkrankungen weisen eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung höhere Morbidität und Mortalität aufgrund psychischer und somatischer Komorbiditäten, insbesondere kardiovaskulärer und metabolischer Erkrankungen, auf. Weitere Charakteristika sind ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko sowie die Komorbidität mit Suchterkrankungen bzw. Substanzmissbrauch. Die Komplexität der Erkrankung, bedingt durch die unterschiedlichen Pole, Komorbiditäten und individuellen Verläufe erfordert differenzierte medikamentöse und psychotherapeutische Interventionen. Mit den bis dato zur Verfügung stehenden Medikamenten wird eine gute Wirksamkeit mit einer Reihe unerwünschter Wirkungen erkauft. Gewichtszunahme, extrapyramidalmotorische Störungen (EPS) und kardiale Veränderungen (QTc-Verlängerung) können zu Therapieabbrüchen führen, die wiederum ein erhöhtes Rezidiv- und Suizidrisiko nach sich ziehen. Um die Therapieadhärenz zu gewährleisten, sind daher Medikamente erforderlich, die über eine gute Wirksamkeit gegen das breite – sowohl manische als auch depressive – Symptomspektrum der Erkrankung verfügen und eine gute Langzeit- Verträglichkeit sowie patientenfreundliche Anwendung aufweisen. Seit Oktober 2012 ist das atypische Antipsychotikum Asenapin (Sycrest®) in der Schweiz zur Behandlung der akuten mittelschweren bis schweren manischen Episode im Rahmen einer Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen verfügbar ...


Patientenzufriedenheit und Lebensqualität unter der Behandlung mit Seroquel XR® in der Behandlung schizophrener Patienten

Die Schizophrenie gilt als eine der schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, da sie viele Funktionsbereiche der Betroffenen gleichzeitig beeinträchtigt und oft chronisch verläuft. Die Langzeit-Behandlung stellt für den behandelnden Arzt oftmals eine große Herausforderung dar. Auch wenn die Mehrzahl der Patienten von einer Behandlung mit Antipsychotika profitiert, nehmen nur 30–40% der Patienten ihre Medikamente regelmäßig ein [Cramer & Rosenheck, 1998; Perkins, 1999]. Zahlreiche Studien belegen, dass ein vorzeitiges Absetzen der antipsychotischen Medikation den größten Risikofaktor für einen psychotischen Rückfall darstellt, wobei mangelnde Verträglichkeit wiederum ein Grund für eine schlechte Compliance ist. Demnach ist die Verbesserung der Compliance eines der vorrangigsten Ziele in der Behandlung schizophrener Patienten. Während die Rolle von Psychopathologie und Krankheitseinsicht in Hinblick auf (Non-) Compliance in der wissenschaftlichen Literatur noch kontrovers diskutiert wird, zeigt sich eine weitgehende Übereinstimmung darin, dass folgende Faktoren von besonderer Bedeutung für die Compliance sind: die Arzt-Patienten-Beziehung und das subjektive Befinden unter einer Antipsychotika-Therapie [Awad et al., 1995; Fenton et al., 1997; Day et al., 2005] ...


Expertendiskussion – Nationale Demenz-Strategie für die Schweiz: ein vordringliches gesundheitspolitisches Ziel

Gemäss Schätzungen ist in der Schweiz jeder dritte Demenzkranke noch nicht diagnostiziert, und nur jeder vierte Erkrankte erhält eine Demenz-spezifische medikamentöse Therapie bzw. nur jeder fünfte eine spezifische nicht-medikamentöse Behandlung [Monsch et al., 2012]. Die Tagesstätten in der Schweiz decken nur 12% des Bedarfs an ambulanter pflegerischer Versorgung ab. Trotz starker Nachfrage seitens der Angehörigen gibt es noch kaum Einrichtungen für die nächtliche Unterbringung demenzkranker Menschen. Darüber hinaus besteht ein Mangel an ausgebildeten Fachkräften in der Pflege, bei den Ärzten und bei Hilfskräften in Pflegeheimen [Alzheimer- Programm, 2010]. Ebenso fehlt es an einer spezifischen, flächendeckenden Beratung und Therapie für die Angehörigen von Demenzkranken. Während zahlreiche Länder wie Frankreich, Deutschland, Norwegen, etc. bereits Massnahmen eingeleitet haben, um eine den Bedürfnissen von Demenzkranken angemessene Betreuung und Pflege zu gewährleisten, wurde in der Schweiz bisher noch keine nationale Demenz-Strategie umgesetzt. Die von einzelnen Schweizer Kantonen, Städten und Gemeinden (Waadt, Genf, Bern, Aargau, Graubünden) bereits in Kraft gesetzten Pläne und Massnahmen zur Verbesserung der Versorgungssituation erscheinen jedoch viel versprechend und bedürfen einer flächendeckenden Umsetzung auf nationaler Ebene ...


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